Wanderung von Norddorf auf Amrum rund um die Amrumer Odde

Starten Sie in Norddorf und führen Ihren Weg durch die Marsch bis zum Deichende. Die Marsch mit ihrem satten kräftigen Grün, zur Seeseite und dem Wattenmeer hin von Deichen eingerahmt, lässt Ihren Blick über grasendes Vieh, Schafe, Ponys und den überwiegend schottischen Angus-Rindern schweifen. Zahlreiche Vogelstimmen begleiten Ihren Weg, vor allem können Sie dem Gezwitscher von Kiebitz und Rotschenkel lauschen. In großer Zahl werden Sie auch den Graugänsen, die sich hier mit ihren Jungen aufhalten, auf Ihrer Wanderung begegnen.

Angekommen am Schullandheim Ban Horn geht es nordwärts über einen Dünenwall weiter zum Strand, wo Sie dem Flutsaum folgen, denn die Nordspitze soll auf Ihrer Wanderung umrundet werden. Beachten Sie die vielen aufgestellten Warntafeln mit den Hinweisen, dass es sich bei der Nordspitze um ein Naturschutzgebiet handelt, das nicht betreten werden darf. Lediglich der Rundgang entlang der Linie des Wassers ist erlaubt.

Vor der ersten Düne an der Nordspitze wenden Sie nun Ihre Aufmerksamkeit dem dort befindlichen kurzen asphaltierten Deich zu. Der Bau des Deiches war 1955 dringend erforderlich, denn es kam in diesem Bereich zum Durchbruch der See. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Gefahrenbereich befand sich vor dem „Haustal“, dort brach noch 1962 und 1965 die Flut ein. Durch Anpflanzungen von Strandhafer und Buschzäunen hat sich hier jedoch in der Zwischenzeit erneut ein hoher Sandwall angesammelt.

Da jede Sturmflut an den Dünen zerrt, fallen die hohen Stranddünen größtenteils steil zum Strand ab, so dass die Amrumer Nordspitze in den vergangenen einhundert Jahren ungefähr die Hälfte ihrer einstigen Größe verloren hat. Es bleibt zu hoffen, dass die Wanderung des Kniepsandes, die bereits die äußerste Odde erreicht hat, schon bald für die Nordspitze besseren natürlichen Schutz bietet.

Während Ihrer Wanderung entlang des herrlichen Strandes fallen in großer Zahl Steine auf, die gelegentlich geröllartig den Fuß des Strandes bedecken. Sie erzählen davon, dass sich hier, unterhalb der Dünen, eine flache Geestinsel versteckt. Auch die breite Sandfläche an der äußersten Spitze der Odde ist von Steinen bedeckt.

Bei Hochwasser versammeln sich dort große Vogelscharen. Es sind vor allem die Austernfischer, die darauf warten bei Rückgang der Flut ihre Nahrung im Watt zu finden. Zahlreiche Eiderenten sind ebenfalls zu entdecken und gelegentlich steckt ein Seehund vorwitzig seinen Kopf aus dem Priel.

Bei guter Sicht lassen Sie Ihren Blick hinüber nach Föhr wandern und setzen Ihren Weg zurück entlang des Wattufers fort. Halten Sie sich stets in Ufernähe auf bis Sie den Asphaltdeich am Salzwiesenweg erreicht haben. Nun geht es auf dem Deich weiter zurück. Gut 8 km haben Sie mit dieser Wanderstrecke zurückgelegt.