WanderTipp von Wittdün über Steenodde bis zum Leuchtturm, zurück am St


Wir starten am Wittdüner Nordstrand auf der 2009 neu errichteten Uferschutzpromenade und wandern zum Seezeichenhafen. Dort am Anfang des Deiches, dessen Aufgabe darin besteht die Marsch zwischen Wittdün und Steenodde zu schützen, informiert uns ein Gedenkstein darüber, dass der Deich im Jahre 1935 vom Arbeitsdienst errichtet wurde. Im Nachhinein ist das Hakenkreuz, das schreckliche Symbol der Nazi-Zeit, erfolgreich herausgemeißelt
worden. Vor unseren Augen liegt nun der 1916 errichtete Seezeichenhafen, der ursprünglich als Versorgungshafen des Feuerschiffes, der Amrum-Bank gedacht war und in den Jahren 1923-1927 als Stationshafen für Spülbagger und weitere Großgeräte, die zum Bau des Hindenburgdammes von Festland nach Sylt nötig waren, genutzt wurde. Der jetzige Seezeichenhafen wurde erst im Jahr 1928 eingerichtet, seinerzeit wurden die Tonnen von Steenodde aus nach hierhin umquartiert. Links von uns steht die große Halle für die Segler mit ihrem Clubhaus und der Zollstation. Vorrangig vor allem versetzt uns das Bild farbenfreudiger Seezeichen und verschiedenartiger Schiffe, von klein bis groß, von Fischkutter bis Yacht in maritime Stimmung. Mit etwas Glück gelingt es uns hier frische
Krabben und Fische zu kaufen oder einen „Klönschnack“ mit einem der Fischer zu halten, um zu hören, dass er mit seinem Kutter bereits im Morgengrauen hinausfuhr, um mittags wieder zurückzukommen. Gelegentlich nimmt der Krabbenfischer auch schon mal Kurgäste auf, natürlich nur, wenn eine entsprechende Bezahlung erfolgt. In der Regel sind dies Schnaps und Zigaretten. An verschiedenen der in das Becken des Hafens hineingebauten Holzbrücken haben Ausflugsschiffe angelegt, gelegentlich auch der Kreuzer der Zollbehörde und nicht zuletzt zu erwähnen das farbenprächtige Rettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Wir setzen unseren Weg über den Deich weiter fort bis nach
Steenodde. Dort lohnt es sich, der Brücke einen Besuch abzustatten. Hier, an der Auffahrt zur Brücke, fällt unser Blick auf das älteste Haus von Steenodde und wahrscheinlich sogar von ganz Amrum, der früheren Gastwirtschaft mit dem Namen „Lustiger Seehund“, eintypisches Friesenhaus. Ganz besonders interessant ist Steenodde wegen der zahlreichen Grabstätten aus der Vor- und Frühgeschichte, die hier zu sehen sind. Mehrere Hügelgräber kann man auch auf der Geesthöhe am Ortsrand von Steenodde entdecken sowie ein Gräberfeld mit Hügeln aus der Eisen- und Wikingerzeit. Beidseits der Straße, auf der wir weiter Richtung Süddorf wandern, liegen weitere Hügelgräber. Das Wahrzeichen Süddorfs ist die kleine Mühle, die ebenfalls auf einem Hügelgrab steht. Weiter geht’s von Süddorf aus
in Richtung Amrumer Leuchtturm. Den Leuchtturm können Sie besteigen und den herrlichen Blick über die Insel Amrum genießen. Allerdings sollten Sie bei der Planung Ihrer Wanderung die Öffnungszeiten des Leuchtturms berücksichtigen, damit Sie nicht vor verschlossenen Türen stehen. Unsere Wanderung setzen wir nun über den Grantweg quer durch die Dünenlandschaft, vorbei am FKK-Zeltplatz fort und erreichen den Wittdüner Strand, der uns zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Inselort Wittdün auf Amrum, führt.
Wir befinden uns hier an der Amrumer Südküste in etwa zwischen dem Gebiet des Wriak- Hörns und Wittdün. Der Wriak-Hörn, bei dem es sich um einen großen Süßwassersee mit einmaliger Pflanzen- und Vogelwelt handelt, ist ein kleines Paradies für sich. Es gibt viel zu bestaunen und beobachten, an seinem Ufer entlang erreichen wir Wittdün und haben eine Gesamtwegstrecke von gut sieben Kilometer bewältigt. Wem dies etwas zu lang ist, der kann die Strecke abkürzen, indem er über einen verträumt wirkenden Heideweg von Steenodde aus zum Leuchtturm gelangt.
Natürlich bleibt es jedem Kurgast unserer wunderschönen Insel Amrum auch selbst
überlassen, die Insel auf anderem Wege zu erforschen. Hierzu bieten sich zahlreiche
Straßen, Wege und kleine Pfade an. Ein besonderes Anliegen des „Inselschutzes“ auf
Amrum ist, die Gebiete der Dünen Nahe der Dörfer ausschließlich über die angelegten Bohlenwege zu betreten, zu groß ist die Gefahr dass die Pflanzendecken, die sich innerhalb der Einzäunungen befinden, zertreten werden könnten. Ein weiteres Augenmerk der Naturschutzverbände auf Amrum liegt auf der Beachtung der Brutzeit, Dünen und Brutgebiete sollen nicht in Unruhe versetzt werden. Wie Sie sehen, wird Naturschutz auf Amrum sehr ernst genommen, handelt es sich doch nicht umsonst um „die Insel der Vögel“.