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Pflanzenwelt Amrum: Dünen, Heide, Salzwiesen und Wald

Die Pflanzenwelt auf Amrum: Strandhafer in Dünen, blühende Heide im August, Salzwiesen mit Halligflieder und Queller — Inselflora im jahreszeitlichen Wandel.

Es ist Mitte August auf Amrum. Du stehst am Heideweg zwischen Nebel und Norddorf, und plötzlich liegt vor dir ein Meer aus Lila. Die Besenheide blüht — kilometerweite Flächen, in zartem Rosa bis tiefem Lila, durchsetzt von dunkelgrünen Krähenbeer-Polstern. Bienen summen, der Sand unter deinen Füßen ist warm, und die Luft riecht nach Honig und Salz. Es ist einer dieser Momente, in denen Amrum plötzlich nicht mehr nur Insel ist, sondern ein eigener Mikrokosmos.

Die Pflanzenwelt auf Amrum ist erstaunlich vielfältig — obwohl die Insel klein ist und auf den ersten Blick eher karg wirkt. Das Geheimnis liegt in der Vielfalt der Lebensräume: Strand, Dünen, Heide, Wald, Marsch, Salzwiesen und Geest — alle auf engstem Raum, jeder mit eigener Pflanzenwelt. Wer mit offenen Augen durchs Inseljahr geht, kann eine erstaunliche Bandbreite entdecken: vom Strandhafer in den Dünen über die fleischfressende Sonnentau-Pflanze in Sumpf-Senken bis zum lila-blauen Halligflieder-Teppich an der Wattseite.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Pflanzen wo wachsen, wann was blüht und wie du die Flora respektvoll erleben kannst.

Inselflora auf einen Blick

Bevor wir tiefer einsteigen, hier die wichtigsten Eckdaten:

  • 7 unterschiedliche Landschaftstypen — von Strand bis Geest
  • Besenheide-Blüte im August: das visuelle Highlight des Jahres
  • Salzwiesen am Ostufer — EU-weit streng geschützt
  • Strandflieder/Halligflieder im Spätsommer als lila Teppich
  • Amrumer Wald mit 180 Hektar — größter Waldanteil aller Nordseeinseln
  • Schutzgebiete überlagern die meisten Naturflächen
  • Bohlenwege und Lehrpfade ermöglichen Beobachtung ohne Störung
  • Schutzstation Wattenmeer und Verein Jordsand bieten Führungen

Die Pflanzenwelt auf Amrum

Die Lebensräume Amrums im Überblick

Sieben unterschiedliche Landschaften

Amrum ist eine erstaunlich vielfältige Insel. Auf ihrer kleinen Fläche beherbergt sie:

  • Strand mit dem weitläufigen Kniepsand
  • Dünen mit charakteristischer Sandvegetation
  • Heide auf der Geest — Kulturlandschaft mit Geschichte
  • Wald mit 180 Hektar — Besonderheit unter den Nordseeinseln
  • Marsch mit fruchtbarem Boden
  • Salzwiesen am Wattufer — Lebensraum salztoleranter Spezialisten
  • Geest als zentrale Inselachse mit Wiesen und Weiden

Die Naturschutzgebiete

Mehrere Schutzgebiete sichern die Flora:

  • NSG Amrumer Dünen (seit 1971): betreut vom Öömrang Ferian i.F.
  • NSG Amrumer Odde (seit 1936): betreut vom Verein Jordsand
  • LSG Amrum gesamt (seit 1982): Landschaftsschutzgebiet für die ganze Insel außer Ortslagen
  • Salzwiesen: in der gesamten EU streng geschützt
  • FFH-Gebiet und Ramsar-Vogelschutzgebiet: zusätzliche internationale Schutzkategorien

Strandvegetation — wo der Sand das Sagen hat

Der Kniepsand und seine Pflanzen

Der Kniepsand ist auf den ersten Blick weiß und nackt — aber bei genauerer Betrachtung wächst hier doch einiges. In den ruhigeren Bereichen ohne ständigen Besucherverkehr findet sich:

  • Meersenf (Cakile maritima): mit fleischigen Blättern und kleinen lila-weißen Blüten
  • Salzkraut in den Sandsenken
  • Strandhafer-Vorboten, die später die jungen Weißdünen bilden

Wandel im Strandgürtel

Strände sind dynamisch — Pflanzen, die hier wachsen, müssen mit:

  • Salzgischt aus der Brandung
  • Wandernden Sandkörnern
  • Wenig Nährstoffen
  • Großer Hitze und Trockenheit im Sommer

zurechtkommen. Das sind echte Überlebenskünstler.

Dünenvegetation — Stabilisierung durch Spezialisten

Strandhafer — der Dünenarchitekt

Die wichtigste Pflanze der Amrumer Dünen ist der Strandhafer (Ammophila arenaria):

  • Wuchshöhe bis 120 cm
  • Tiefes Wurzelwerk bindet den Sand
  • Pioniersrolle auf jungen Dünen
  • Steifes, ledriges Blattwerk widersteht Wind und Salz

Ohne Strandhafer würden die Amrumer Dünen vom Wind weggetragen — er ist der eigentliche Architekt der Dünenlandschaft.

Weitere Dünenpflanzen

Im breiten Dünengürtel wachsen noch zahlreiche andere sandliebende Arten:

  • Strandwermut: silbrig-graue Blätter, würziger Duft
  • Bergsandglöckchen: blüht im Sommer in geschützten Dünenlagen
  • Kriechweide: vom Seewind klein gehalten
  • Vom Seewind gekrümmte, kleinwüchsige Kiefern
  • Sandsegge und andere Gräser

Was früher noch da war

Die Stranddistel war bis in die 1970er Jahre eine charakteristische Pflanze der Amrumer Dünen — heute ist sie selten geworden. Ein Beispiel dafür, wie sich Flora über Jahrzehnte verändert.

Junge Weißdünen und Lagunen

Auf Amrum bilden sich in den letzten Jahren neue Weißdünen am Kniepsand — die Insel wächst von Westen nach Osten. Dahinter entstehen zeitweise Lagunen: Süßwasser-Wasserflächen mit eigener Pflanzenwelt. Sie sind besonders empfindlich und werden über Bohlenwege geschützt.

Die Heide — Kulturlandschaft in Lila

Wo die Heide wächst

Östlich der Dünen erstreckt sich auf der Amrumer Geest die Heide — eine der ältesten Kulturlandschaften Schleswig-Holsteins. Besonders eindrucksvoll ist die Fläche zwischen Nebel und Norddorf.

Die Hauptpflanzen der Amrumer Heide

Besenheide (Calluna vulgaris):

  • Hauptart der Amrumer Heide
  • Blütezeit: August, lila-rosa Farbtöne
  • Wuchshöhe: 20-50 cm
  • Wertvoller Nektarlieferant für Bienen und Insekten
  • Namensgeber: früher zum Besenbinden verwendet

Krähenbeere (Empetrum nigrum):

  • Dunkelgrüne Polster
  • Kleine schwarze Beeren im Spätsommer
  • Wichtige Nahrung für Vögel

Glockenheide (Erica tetralix):

  • Auch Moor-Glockenheide oder Sumpfheide genannt
  • Kommt auf feuchten, nassen Standorten vor
  • Innerhalb der Calluna-Heiden

Warum braucht die Heide Pflege?

Die Amrumer Heide ist eine Kulturlandschaft, kein Naturzustand. Ohne menschliche Pflege würde sie:

  • Verbuschen mit Pionierbaumarten
  • In Wald übergehen
  • Ihren typischen Charakter verlieren

Pionierbaumarten, die die Heide bedrohen:

  • Spätblühende Traubenkirsche (Amerikanische Art, problematisch)
  • Birke und Kiefer
  • Brombeeren
  • Kartoffelrose (Rosa rugosa) — auch eine invasive Art

Heidepflege heute

Damit die Heide erhalten bleibt, finden Pflegemaßnahmen statt:

  • Heidemahd (Mahd der Pflanzen, Abtransport)
  • Schafbeweidung in manchen Bereichen
  • Entkusselung (Entfernung junger Bäume)
  • Reduzierung Nährstoffeintrag

Früher diente die Heide als Brennmaterial und für die Besenherstellung — die Nutzung verjüngte sie automatisch. Heute übernehmen Naturschutzverbände diese Aufgabe.

Der Amrumer Wald — die grüne Besonderheit

Geschichte

Der Amrumer Wald ist eine Besonderheit unter den Nordseeinseln:

  • Ab 1948 auf Heideflächen angelegt
  • 180 Hektar Wald
  • Größter Waldanteil aller Nordseeinseln
  • Bis dahin gab es nur kleine Anpflanzungen um die Vogelkojen

Baumarten

Im Wald findest du vor allem:

  • Kiefern (Pinus sylvestris) — anpassungsfähig an karge Böden
  • Fichten
  • Birken

Was im Wald wächst

Heute ist der Wald nicht mehr nur künstliche Anpflanzung — eine natürliche Pflanzenvielfalt hat sich entwickelt:

  • Verschiedene Waldfrüchte an Lichtungen
  • Verschiedene Farne
  • Pilze (im Herbst eine große Vielfalt)
  • Moose und Flechten
  • Heidekräuter an Lichtungen

Walderlebnis

Der Wald bietet:

  • Schatten an heißen Sommertagen
  • Schutz vor Wind
  • Andere Atmosphäre als die offene Landschaft
  • Pilze sammeln im Herbst (in vernünftigen Mengen)
  • Wanderwege durch die Insel

Die Marsch — kleinflächig, aber fruchtbar

Wo Marsch zu finden ist

Marsch ist auf Amrum eher selten und beschränkt sich auf kleine Bereiche:

  • Norddorfer Marsch
  • An der Wattseite in geschützten Bereichen
  • Übergangsbereiche zu den Salzwiesen

Was hier wächst

Auf den Marsch-Böden findet man:

  • Verschiedene Sauergräser
  • Kuckuckslichtnelke — typische Marsch-Pflanze
  • Wiesenblumen wie Sumpfdotterblumen
  • Insektenfreundliche Wiesenflora

Die Marsch ist auf Amrum der fruchtbarste Boden — auch die Amrumer Gärten profitieren in marschnahen Lagen davon. Sonst gedeihen ohne spezielle Düngung nur bestimmte Gartenpflanzen wie Stockrosen.

Salzwiesen — Lebensraum der Spezialisten

Wo Salzwiesen zu finden sind

Die Salzwiesen ziehen sich an der Wattseite (Ostufer) der Insel entlang. Besonders eindrucksvoll sind sie:

  • Bei Nebel an der Wattseite
  • Zwischen Süddorf und Steenodde
  • Am Salzwiesen-Lehrpfad mit Schautafeln

Die drei Salzwiesen-Zonen

Salzwiesen sind in drei Zonen unterteilt, abhängig von der Überflutungs-Häufigkeit:

1. Quellerzone (Pionierzone):

  • Ca. 700 Überflutungen pro Jahr
  • Höchster Salzgehalt
  • Wenige Pflanzen halten dem stand: Queller und Schlickgras

2. Andelzone (untere Salzwiese):

  • Fast tägliche Überflutung
  • Vielfältiges Mosaik:

- Andelgras (charakteristisch) - Halligflieder (Strandflieder) - Strandaster - Strandwermut

3. Rotschwingelzone (obere Salzwiese):

  • Nur ca. 10x im Jahr überflutet
  • Übergangsbereich:

- Rotschwingel - Weißklee - Auch Vorgarten-Arten

Die Stars der Salzwiesen

Halligflieder / Strandflieder (Limonium vulgare):

  • Lila-blaue Blüten August-September
  • Bildet teppichartige Flächen auf der Odde
  • Geschützte Art
  • Besonderheit: scheidet überschüssiges Salz über Drüsen aus
  • Lebensraum für den Halligfliederspitzmausrüsselkäfer — einer der längsten Käfernamen Deutschlands

Queller (Salicornia europaea):

  • Pionierpflanze der Quellerzone
  • Salzig-frisch im Geschmack
  • Verwendung in der Küche als „Gemüse"
  • Klassiker: Krabbenpfanne mit Queller

Strandaster (Tripolium pannonicum):

  • Blüht lila im Spätsommer
  • Wertvoll für Insekten

Erdbeerklee (Trifolium fragiferum):

  • Seltene Art auf der Roten Liste
  • Fruchtstand sieht aus wie kleine Erdbeere
  • Charakteristische Salzwiesen-Pflanze

Was Salzwiesen leisten

Die Amrumer Salzwiesen sind nicht nur botanisch interessant — sie sind:

  • Rastplatz, Nahrungs- und Brutplatz für ca. 50 Vogelarten
  • Lebensraum für etwa 2.000 Insektenarten
  • Wichtige Filter-Funktion für das Wattenmeer
  • Schafweide in manchen Bereichen (typisches Bild)

Sumpfgebiete und besondere Pflanzen

Versteckte Schätze in Dünentälern

In manchen Dünentälern haben sich kleine Feucht- und Sumpfgebiete gebildet. Hier wachsen erstaunliche Pflanzen:

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia):

  • Fleischfressende Pflanze!
  • Klebrige Drüsenblätter fangen Insekten
  • In Sumpf-Senken zu finden
  • Streng geschützt

Verschwundene Pflanzen

Manche Arten sind leider von Amrum verschwunden:

  • Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe): Vorkommen in den 1990er Jahren erloschen
  • Stranddistel in der ursprünglichen Häufigkeit weitgehend verschwunden

Diese Verluste zeigen, wie wichtig Naturschutz-Bemühungen sind.

Blühkalender der Pflanzenwelt auf Amrum

Saisonkalender — Wann was blüht

Januar - März

  • ✓ Winterlandschaft mit Krähenbeer-Polstern (immergrün)
  • ✓ Erste Frühlingsboten am Wegrand
  • ✗ Allgemein wenig Blütenflor

April - Mai

  • ✓ Frühblüher in den Marschen
  • ✓ Erste Heide-Triebe werden grün
  • ✓ Wiesen-Blumen beginnen
  • ✓ Erste Frühlings-Wildblumen

Juni - Juli

  • Bergsandglöckchen in den Dünen
  • Strandhafer zeigt Blütenstände
  • Wiesen-Blütenpracht auf der Geest
  • Kuckuckslichtnelke in der Marsch
  • ✓ Sumpf-Pflanzen (Sonnentau!)

August - September

  • Besenheide-Hauptblüte im August
  • Strandflieder Spätsommer-Blüte
  • Strandaster blüht lila
  • Glockenheide in feuchten Bereichen
  • Krähenbeeren werden reif

Oktober - November

  • Verschiedene Pilzarten im Wald
  • ✓ Spätblüher in geschützten Lagen
  • Verfärbung der Heide ins Rotbraun
  • ✓ Herbststimmung in den Dünen

Dezember

  • ✓ Wenige aktive Pflanzen
  • ✓ Immergrüne Vegetation (Krähenbeere, Kiefern)
  • ✓ Pflanzliche Strukturen klar zu sehen ohne Laub

Die schönsten Orte für Pflanzenfreunde

Heideblüte im August

  • Heideweg zwischen Nebel und Norddorf
  • Geestlandschaft östlich des Waldes
  • Wege Richtung Vogelkoje Meeram

Salzwiesen-Lehrpfad

  • Bei Nebel an der Wattseite
  • Schautafeln zu den drei Zonen
  • Beste Zeit für Halligflieder: August-September

Dünenlandschaft

  • Aussichtsdüne in Wittdün mit Bohlenweg
  • Wandelbahn in Wittdün
  • Bereiche der Amrumer Odde (Schutzgebiet-Regeln beachten!)

Amrumer Wald

  • Wege zwischen Norddorf und Nebel
  • Vogelkoje Meeram mit Waldweg
  • Forst in Wittdüner Richtung

Steenodder Kliff

  • Erhöhter Ausblick auf Wattseite
  • Übergang Heide/Salzwiesen
  • Vogelbeobachtung und Pflanzenvielfalt

Geführte Pflanzentouren

Schutzstation Wattenmeer

Die Schutzstation Wattenmeer bietet verschiedene Düneführungen und Pflanzentouren an. Themen u.a.:

  • Pflanzen der Dünen
  • Pflanzen am Strand
  • Salzwiesen-Touren
  • Tel.: 04682-2718

Verein Jordsand

Auf der Amrumer Odde bietet der Verein Jordsand naturkundliche Führungen mit Schwerpunkt auf:

  • Pflanzenwelt der Odde
  • Vögel und Flora kombiniert

Öömrang Ferian i.F.

Der Inselverein betreut das Landschaftsschutzgebiet und bietet eigene Veranstaltungen zur Inselnatur.

Naturzentrum Amrum

In Norddorf bietet das Naturzentrum Ausstellungen und Touren zur Inselnatur.

Respektvoller Umgang mit der Flora

Die wichtigsten Regeln

  • Auf den Wegen bleiben — gerade in Dünen und Heide
  • Bohlenwege nutzen — sie schützen sensible Bereiche
  • Keine Pflanzen pflücken — viele Arten stehen unter Schutz
  • Geschützte Arten erkennen: Sonnentau, Halligflieder, Erdbeerklee
  • Hunde an der Leine — gerade in Brut- und Setzzeit (März-September)
  • Müll mitnehmen
  • Salzwiesen nicht betreten außerhalb der Wege

Im Schutzgebiet besonders rücksichtsvoll

In den Naturschutzgebieten Amrumer Odde und Amrumer Dünen gelten strikte Regeln:

  • Bestimmte Wege sind ausgeschildert
  • Eingezäunte Brutbereiche unbedingt meiden
  • Pflanzen sind absolutes Tabu zum Pflücken
  • Auch Beeren (Krähenbeere) nur in geringen Mengen

Tipps für Pflanzenbeobachter

Ausrüstung

  • Bestimmungsbuch für Küstenflora oder App
  • Lupe für Detail-Beobachtung
  • Kamera mit Makro-Funktion
  • Wetterfeste Kleidung
  • Feste Schuhe für unwegsames Gelände
  • Notizbuch für Beobachtungen

Beobachtungs-Apps

  • Pflanzen-Bestimmungs-Apps wie Flora Incognita, PlantNet, iNaturalist
  • Fotograf-Apps mit GPS-Standort

Zeitliche Tipps

  • Frühmorgens oder im Abendlicht wirken Pflanzen am intensivsten
  • Nach Regen sind viele Farben kräftiger
  • In der Heideblüte unbedingt einplanen
  • Im Spätsommer für Strandflieder-Blüte

Mit Kindern entdecken

Pflanzenbeobachtung mit Kindern funktioniert oft gut über:

  • Schatzsuche mit Pflanzen-Bildern
  • Riech-Spiele mit Strandwermut, Heide
  • Sonnentau als „Wunderpflanze" (vorsichtig anschauen)
  • Queller-Probieren auf den Salzwiesen (kleine Menge)
  • Heide-Bouquet sammeln (nur am Rand, sehr wenig)

Wichtige Hinweise

Die Pflanzenwelt Amrums ist sensibel — viele Arten sind auf bestimmte Lebensräume spezialisiert und reagieren empfindlich auf Störungen. Die Bohlenwege und ausgeschilderten Pfade sind nicht nur für deine Bequemlichkeit da, sondern schützen die Pflanzen.

In den Naturschutzgebieten ist das Pflücken absolut verboten. Auch außerhalb der NSGs gilt: Was schön ist, soll für andere und für die Zukunft erhalten bleiben.

Bei Unsicherheit zu einer Pflanze ist es besser, sich an die Schutzstation Wattenmeer oder einen erfahrenen Naturführer zu wenden. Manche Pflanzen sehen ähnlich aus — der Unterschied zwischen geschützter und ungeschützter Art ist oft kein offensichtlicher.

Buchungs- und Ferienwohnungs-Tipp

Für Pflanzenliebhaber ist Amrum ein Paradies — und eine Ferienwohnung in Norddorf oder Nebel bringt dich nahe an Heide, Salzwiesen und Wald. Beim Amrum Appartement Centrum in Wittdün berät dich das Team gerne bei der Auswahl. Mehr unter www.amrum-appartements.de.

FAQ — Häufig gestellte Fragen zur Pflanzenwelt Amrums

Welche Landschaftstypen gibt es auf Amrum?

Sieben unterschiedliche: Strand, Dünen, Heide, Wald, Marsch, Salzwiesen und Geest — alle auf engstem Raum.

Wann blüht die Heide auf Amrum?

Im August — dann bedeckt die Besenheide weite Flächen mit lila-rosa Farbtönen. Die schönste Zeit für Heide-Touren.

Was wächst auf den Salzwiesen?

Die Salzwiesen sind in drei Zonen unterteilt: Quellerzone (Queller, Schlickgras), Andelzone (Andelgras, Halligflieder, Strandaster, Strandwermut), Rotschwingelzone (Rotschwingel, Weißklee). Strandflieder ist die bekannteste blühende Art.

Gibt es auf Amrum einen Wald?

Ja — der Amrumer Wald mit 180 Hektar ist der größte Waldanteil aller Nordseeinseln. Er wurde ab 1948 auf Heideflächen angelegt. Vor allem Kiefern, Fichten und Birken.

Was ist der Halligflieder?

Der Halligflieder (auch Strandflieder, Limonium vulgare) ist eine geschützte Salzwiesen-Pflanze. Blüht August-September lila-blau. Auf der Amrumer Odde bildet er teppichartige Flächen. Besonderheit: scheidet überschüssiges Salz über Drüsen aus.

Wo finde ich die schönste Heide-Blüte?

Die Flächen zwischen Nebel und Norddorf sind besonders eindrucksvoll. Auch der Weg zur Vogelkoje Meeram führt durch blühende Heide.

Was ist Queller und kann ich ihn essen?

Queller (Salicornia) ist eine Pionierpflanze der Salzwiesen mit fleischigen Trieben. Er wird als „Gemüse" verwendet — z.B. in der typischen Krabbenpfanne mit Queller. In der Amrumer Gastronomie wird er regional serviert.

Gibt es fleischfressende Pflanzen auf Amrum?

Ja — der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) wächst in Dünentälern mit feuchten Sumpfgebieten. Er fängt Insekten mit klebrigen Drüsenblättern. Streng geschützt.

Darf ich Pflanzen sammeln?

In den Naturschutzgebieten ist Pflücken absolut verboten. Auch außerhalb gilt: Geschützte Arten (Halligflieder, Sonnentau, Erdbeerklee) niemals pflücken. Geringe Mengen Krähenbeeren oder Pilze sind oft erlaubt — bei Unsicherheit nachfragen.

Was ist die Krähenbeere?

Eine immergrüne Heidepflanze (Empetrum nigrum) mit dunkelgrünen Polstern und schwarzen Beeren im Spätsommer. Wichtig für Vögel als Nahrung. Auf Amrum häufig in der Heidelandschaft.

Welche Bäume wachsen auf Amrum?

Kiefern dominieren im Amrumer Wald (ab 1948 angelegt). Auch Fichten und Birken. In den Dünenlagen finden sich vom Wind gekrümmte, kleinwüchsige Kiefern.

Was ist die Geest auf Amrum?

Die Geest ist die zentrale Inselachse mit Wiesen, Heideflächen und Wäldern. Sie ist als Landschaftsschutzgebiet (seit 1982) geschützt und macht den größten Teil der Insel aus.

Wann sehe ich am meisten Blüten?

Juli und August sind die blütenreichsten Monate. August ist Hauptblüte der Heide, August-September der Strandflieder, im Juli blühen Bergsandglöckchen und Wiesenpflanzen.

Gibt es geführte Pflanzentouren?

Ja, die Schutzstation Wattenmeer (Tel. 04682-2718) bietet Düneführungen und Pflanzentouren. Auch der Verein Jordsand auf der Odde und das Naturzentrum Amrum führen durch die Inselflora.

Sind die Pflanzen auf Amrum bedroht?

Manche Arten ja — der Lungenenzian ist in den 1990er Jahren erloschen, die Stranddistel ist selten geworden. Andere Arten leiden unter Klimawandel und Nährstoffeintrag. Die Naturschutz-Bemühungen sind daher wichtig.


Die Pflanzenwelt Amrums ist weit mehr als „Sand und Strandhafer". Sie ist ein lebendiges Mosaik unterschiedlichster Lebensräume, das sich im Lauf des Jahres verändert und überrascht. Wer einmal die Heide im August blühen gesehen hat, einen Schwarm Bienen an einem Salzwiesen-Halligflieder beobachtet oder im Herbst durch den Amrumer Wald geht und Pilze entdeckt, der versteht: Diese Insel hat botanisch viel mehr zu bieten, als der erste Eindruck vermuten lässt.

Mit offenen Augen, etwas Geduld und Respekt vor den sensiblen Lebensräumen wirst du auf Amrum eine Pflanzenwelt entdecken, die sich dir nach und nach erschließt — und dich wahrscheinlich öfter zurückkommen lässt, als du dachtest.

Du planst einen Urlaub mit Schwerpunkt Naturerlebnis auf Amrum? Eine Ferienwohnung in Norddorf oder Nebel bringt dich nahe an Heide, Salzwiesen und Wald. Beim Amrum Appartement Centrum in Wittdün berät dich das Team gerne. Schau rein auf www.amrum-appartements.de.