Leben auf Amrum im Winter

Für viele Amrumer steht fest: Gerade in der Winterzeit ist Amrum von einem ganz besonderen Flair umgeben. Die Natur zeigt sich von einer etwas anderen Seite als in der Frühlings-/Sommerzeit. Jetzt haben auch die Amrumer Zeit und Muße, ihr Leben etwas zu entschleunigen und die sie umgebende Natur zu genießen, sich selbst Zeit einzuräumen.

Der Abend klingt in gemütlicher Runde mit Tee oder anderen wärmenden Heißgetränken aus, passend zur nordfriesischen Kultur und damit auch zu Amrum. Den verhältnismäßig wenigen Gästen, die sich zu dieser Jahreszeit einfinden kommt ungeteilte Aufmerksamkeit zu, was in der Hauptsaison nicht immer der Fall sein kann.

Jetzt ist auch mal ein Klönschnack möglich, ohne dass die Zeit drückt. Nach der geschäftigen und rastlosen Hochsaison von Mai bis Oktober folgt die ruhige Winterzeit auf unserer Insel Amrum. Oft stellt sich die Frage bei Urlaubern und Kurgästen wie sich das winterliche Inselleben der Einheimischen wohl gestaltet?

Nach der hektischen Saison läuten viele Insulaner die bevorstehende Winterzeit mit einem Urlaub in fremden Gefilden ein. Über die ganze Welt verstreut es die reiselustigen Bewohner Amrums und die Inseln im nordfriesischen Wattenmeer haben sogar eine eigene Regelung der Ferienzeiten mit Verlängerung der Herbstferien, damit es auch den Schulkindern ermöglicht werden kann mit ihren Eltern auf große Fahrt zu gehen.

Allerdings sind die zusätzlichen Ferientage im Vorfeld von den Sommerferien in Abzug gebracht worden. Da seit einigen Jahren der Oktober sich immer mehr in die Saisonzeit drängt, ist jedoch diese Ferienregelung für viele nicht mehr aktuell, weil die Schulferien im Herbst viele Gäste der anderen Bundesländer zu einem Urlaubsaufenthalt auf Amrum anregen.

Endgültige Ruhe kehrt erst im November auf Amrum ein. Doch in den letzten Jahren ist zu beobachten, das selbst um diese Jahreszeit, die alles grau in grau erscheinen lässt, sich umtriebige Gäste – vermutlich Sonderlinge oder Individualisten die dem beginnenden vorweihnachtlichen Trubel auf dem Festland entgehen wollen – auf Amrum einfinden.

Die Einheimischen verabreden sich zu geselligen Festen, die Jäger packen ihre Flinten und begeben sich zu Treibjagden auf Fasan, Hase und Kaninchen. Waldschnepfen streifen durch den winterlichen Inselwald. Da es auf Amrum kein Raubwild gibt, sind die Strecken hier sehr hoch, das lockt sogar Jagdgäste vom Festland an. Oft können Falkner im Gelände mit ihren Habichten beobachtet werden.

Wer eine Vorliebe für Geselligkeiten hegt, dem fehlt es auf Amrum nicht an Gelegenheiten, gibt es doch viele Vereine die zu diesem Zeitpunkt einer nach dem anderen ihre Versammlungen und Feste feiern.  Ob die örtlichen Gesangsvereine in Norddorf und Nebel, Schützenverein, Yachtclub, Reitverein, hier ist für jedes Interessensgebiet etwas dabei.

Großer Beliebtheit erfreut sich dabei auch die Genossenschaftsversammlung der Föhr-Amrumer-Bank, allerdings wohl nicht wegen der Zahlen, sondern eher deshalb, weil es als zusätzlichen Bonus dabei eine ausgezeichnete Bewirtung gibt.

Natürlich spielen auch Sparclubs oder andere Vereinigungen eine Rolle. Die Inselfeuerwehren – es gibt sage und schreibe auf unserer kleinen Insel Amrum vier davon – treten mit ihren Jahreshauptversammlungen und Feuerwehrbällen in Aktion. Mit „Dans op de Deel“ lädt die freiwillige Feuerwehr in Wittdün jährlich ein.

Gäste dieser Veranstaltung erwartet ein Fest mit konstruktiven Tanzeinlagen, ausgezeichneten musikalischen Ergüssen und humorvollen Showeinlagen sowie Verlosungen und Tombolas mit attraktiven Preisen. Bedauerlicherweise lässt das Gedränge bei diesen Veranstaltungen in den letzten Jahren immer mehr nach.