31.12.21

Karnevalsflüchtlinge Willkommen

Nicht jeder ist ein begeisterter Narr der ab November eines Jahres ungeduldig auf den Rosenmontag als Höhepunkt der Karnevalszeit wartet. Vielen gehen die Narretei sowie der Rummel mit Busseln, Karnevalsumzügen und viel Alkohol gehörig gegen die Hutschnur. Wer dem Schunkeln und Singen entgehen und stattdessen Ruhe und Entspannung finden will, ist auf der idyllischen Insel Amrum zur Karnevalszeit bestens aufgehoben.

Während die Anhänger des Karnevals in den Hochburgen der närrischen Zeit ihren Jahresurlaub für ausgiebige „Feiertage“ nutzen, zieht es andere am liebsten so weit wie möglich fort von diesem verrückten Treiben. Ihnen liegt nichts an fliegenden Kamellen, beinchenschwingenden Funkenmariechen und fröhlichem Singsang; sie suchen nach einer idealen Alternative, einer Oase der Ruhe in der die Seele Kraft schöpfen kann.

Was bietet sich zu diesem Zweck wohl mehr an als unsere kleine Insel Amrum, die Perle der Nordsee, mitten im schleswig-holsteinischen Wattenmeer gelegen. Hier hat man es im Allgemeinen nicht so sehr mit „Helau und Alaaf“, mehr als ein allenfalls freundliches „Moin“, bei unerwartetem Gefühlsausbruch auch ein Wortschwall, bestehend aus „MOIN, moin“ erwartet die Karnevalsflüchtlinge  hier nicht.

Somit ist Amrum eine ausgezeichnete Möglichkeit, dem Karnevalsspektakel zu entfliehen. Immer mehr Urlauber schätzen die Ruhe und Abgeschiedenheit bei langen Spaziergängen am herrlich weiten Kniepsand, den Rückzug mit einer guten Lektüre oder einem Wellnesstag mit Sauna, Wellenbad und mehr; eine sichere Sache. Also: wer Ruhe sucht und mit all den feierwütigen Karnevalisten nichts zu tun haben will, ist hier auf Amrum genau richtig, liegt die Insel doch weitab von diesem Getümmel.

Bereits während der zweistündigen Fahrt mit der Fähre fällt die Last des Alltags ab und macht der Vorfreude Platz, endlich eins zu werden mit der Natur, dem schrillen Geschrei der ewig hungrigen Möwen zu lauschen und die Brandung der Wellen zu genießen.

Wer die absolute Einsamkeit sucht ist auf einer Hallig wie beispielsweise Hooge oder Langeneß mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vor allem geschützt, was mit Karneval und dem Rest der Welt zu tun hat. Beachtet werden sollte jedoch bei entsprechender Planung, dass die Fähre im Winter nicht regelmäßig fährt und eine Hallig erst einmal erreicht werden muss, bevor man ihre Abgeschiedenheit genießen kann.

Im Winter wird auf so einer Hallig auch schon mal des öfteren „Land unter“ gemeldet, denn Januar und Februar sind dort Hauptsturmzeiten. Dieser Umstand allerdings veranlasst einige risikofreudige Besucher, gerade in dieser Zeit anzureisen damit sie einen solchen Sturm einmal in natura miterleben können.

Viele Gäste reisen außerdem zur Zeit des Biikebrennen an. Das Biiken ist ein traditionelles Fest, mit dem am 21. Februar eines Jahres der Winter vertrieben wird, um dem Frühlingserwachen Tor und Tür zu öffnen. Fallen Karneval und Biikefest zusammen, sind die Inseln und Halligen bei Karnevalsflüchtlingen besonders begehrte Ziele.