Amrumer Odde

Die ca. zwei Kilometer lange und bis zu 200 Meter breite Amrumer Odde besteht größtenteils aus einem Dünengürtel, der eine Höhe von bis zu 24 Metern erreicht. Sie ist durch den kontinuierlich weiter wandernden Kniepsand entstanden.

Die Odde ist für unzählige Seevögel ein willkommener Nistplatz, der nicht nur von Mittelsägern sondern auch von hunderten Heringsmöwenpaaren, Silbermöwen und Eiderenten zur Brut genutzt wird. Auch Zwergseeschwalben brüten hier; sie haben ihr Quartier auf der Kiesspitze bezogen.

Aus diesem Grund kann eine Umwanderung der Odde  während der Brutzeiten nur an der Linie der Küste erfolgen. Ein kiesbedeckter Nehrungshaken ist der Odde zuzuordnen und bildet die eigentliche Amrumer Nordspitze.

Im Jahr 1936 wurde das Gebiet der Amrumer Odde zum Naturschutzgebiet erklärt. Zur gleichen Zeit wurde in einem dortigen Dünental ein mit Reet gedecktes Vogelwärterhaus erbaut. Die Pflege des umfangreichen Naturschutzgebietes wird seit 1941 vom Verein Jordsand durchgeführt; 1970 erfolgte eine Vergrößerung des Naturschutzgebietes als eines der wichtigsten Brutplätze Deutschlands.

Auf der Westseite entdeckt der kundige Naturschützer Meersenf-Spülsäume und im Dünenbereich finden sich die verschiedensten Kräutergewächse. Unter anderem wächst hier das Viermännige Hornkraut, eine sommergrüne Krautpflanze die eine Wuchshöhe von bis zu 15 Zentimern erreicht; die Blütezeit reicht von März bis Juni. Auch der immergrüne Sand-Thymian (Blütezeit von Juli bis September), das Labkraut (Blütezeit Mai bis September) und die Karthäuser-Nelke, im Jahr 1989  zur Blume des Jahres gekürt, wachsen in diesem geschützten Bereich.